Italienische Esskultur


Die italienische Esskultur ist auf Genuss und Geselligkeit ausgelegt. 
Wie in den meisten südlichen Ländern, ist auch die italienische Küche eine mediterrane Küche. Es werden Nudeln und Reis, verschiedene Gemüsesorten, viele Fischarten sowie Meeresfrüchte verwendet. Dazu kommen noch reichlich Kräuter und Gewürze, Oliven, Knoblauch, Zwiebeln und natürlich das Olivenöl zum Einsatz. Es gehört auch zu den traditionellen Essgewohnheiten in Italien, dass die ganze Familie „La famiglia“ zum Essen zusammenkommt.

 

Das Frühstück wird oft auf dem Weg zur Arbeit im Stehen an der Theke einer Espresso-Bar eingenommen und besteht nur aus einem Hörnchen oder einem tramezzino, einem weichen, dreieckigen Toastbrot, das mit Thunfisch, Schinken und Käse oder Gemüse belegt ist.

 

Die fehlende Frühstücksgemütlichkeit ist in gewisser Weise typisch für den mediterranen Raum. Dafür geraten die beiden Hauptmahlzeiten zu recht ausführlichen und opulenten kulinarischen Ereignissen.
Ohne ein mehrgängiges Menü am Tag fehlt dem Durchschnittsitaliener etwas, und die Gastronomen der Stadt erwarten von ihren Gästen, dass sie sich an diese »Regel« halten.

 

Das Mittagessen (pranzo) dauert daher im Restaurant schon mal eineinhalb Stunden, das Abendessen (cena) auch 2-3 Stunden. Zum Essen werden Wein und Wasser getrunken.
Zu jeder Mahlzeit werden Weißbrot sowie knusprige Grissini-Stäbchen gereicht und Stofftischtücher und -servietten sind eine Selbstverständlichkeit. Dafür wird dann ein Gedeck – das coperto – in Rechnung gestellt.

 

Klassische Speisenfolge:

  • Aperitivo: Der Aperitif wird oft bereits auf dem Weg ins Restaurant in einer Bar getrunken.
  • Antipasti: Die Vorspeisen sind in Italien eine wahre Pracht aus unzähligen typischen lokalen Spezialitäten. Oft kann man sich auch einen kleinen Teller am Buffet zusammenstellen.
  • Primo (piatto): Der erste Gang ist in der Regel ein Pastagericht, Risotto oder eine Suppe.
  • Secondo (piatto): Der zweite Gang ist der eigentliche Hauptgang und besteht aus Fleisch oder Fisch. Beilagen – die „contorni“ - werden separat dazu bestellt.
  • Dolce oder formaggio: Als Nachtisch gibt es Süßspeisen, Obst oder Käse. 
  • Caffè und digestivo: Zum Abschluss wird noch ein Caffè und ein Digestif, wie zum Beispiel Grappa oder Amaro, getrunken - oder die Kombination aus beidem: ein Caffè corretto.
  • La merenda - die Zwischenmahlzeit; um die lange Zeit zwischen Mittag- und Abendessen zu überbrücken legen die Italiener noch eine Zwischenmahlzeit ein. Das kann beispielsweise was Süßes, ein Stück Pizza oder einfach ein Salami- oder Schinkenbrot sein.

 

 

AntiPasto

 

Antipasto (italienisch für „vor der Mahlzeit“) ist die italienische Bezeichnung für „Vorspeise“.

 

Die Antipasti der italienischen Küche bestehen aus kleinen Gerichten als Auftakt eines mehrgängigen Menüs. Typisch sind luftgetrockneter Aufschnitt wie Schinken oder Salami, begleitet von gebratenem, in Olivenöl eingelegtem Gemüse wie Auberginen, Zucchini, Paprika, Pilzen oder frischem Gemüse oder Obst, marinierte Fische und Meeresfrüchte sowie pikant belegte, geröstete Brotscheiben.

 

In italienischen Restaurants werden vorbereitete Antipasti häufig in Vitrinen präsentiert, die der Gast sich nach Belieben zusammenstellen lassen kann.

 

Typische Antipasti sind:

  • Bruschetta - geröstetes Brot mit gewürfelten Tomaten
  • Caprese - Tomate-Mozzarella mit Basilikum
  • Fiori di Zucca - frittierte Zucchiniblüten
  • Peperonata - gebratene oder gekochte Paprikastreifen mariniert mit Olivenöl, Zitrone, Knoblauch
  • Prosciutto e melone - Parmaschinken mit Honigmelone
  • Aufschnitt wie Parmaschinken, Salami, gekochter Schinken, Coppa (gepökelter luftgetrockneter Schweinenacken), Bresaola (luftgetrockneter Rinderschinken)
  • Rindercarpaccio mit geraspeltem Parmesan, Olivenöl, Balsamico-Essig
  • Vitello tonnato - gekochtes aufgeschnittenes Kalbsfleisch mit Thunfischsoße
  • Frutti di Mare – Meeresfrüchte