Weinkunde


Mann mit Weinglas

Sie haben den richtigen Wein gefunden!

Nun beginnt die Suche nach dem idealen Lagerungsort, dem perfekten Glas  und der richtigen Serviertemperatur. Dabei soll Ihnen unsere kleine Weinkunde eine Orientierungshilfe sein und die eine oder andere Frage beantworten. 

Lagerung

Ein kühler, feuchter und dunkler Keller mit einer Durchschnittstemperatur zwischen 10 und 12 °C ist der ideale Ort für Wein. Alternativ empfiehlt sich ein Weinklimaschrank, der die Bedingungen des Weinkellers simuliert. Sollte beides nicht gegeben sein, sollte ein kühler Platz gewählt werden, der keinen starken Temperaturschwankungen unterliegt.
Generell zu beachten ist: je höher die Umgebungstemperatur, desto schneller reift der Wein. Dauerhafte Temperaturen über 20 °C sollten vermieden werden, genauso wie starke Geruchs- und Lichteinwirkungen.

Der Weinverschluss bestimmt über die Art der Lagerung!

  • Korken mit langer Lagerung: liegend – damit der Korken nicht austrocknet und einschrumpft.
  • Korken mit kurzer Lagerung: stehend – für 1 bis 2 Jahre kein Problem, da die Feuchtigkeit aus dem Flascheninneren den Korken feucht hält.
  • Kunststoffkorken, Schraubverschluss, Kronkorken oder Glasverschluss können bedenkenlos stehend aufbewahrt werden.


Je höher der Gehalt an Alkohol, Süße, Säure (und beim Rotwein Gerbstoffe), umso länger ist der Wein haltbar. Entscheidend ist die Summe der Inhaltsstoffe.

Temperieren

Weißwein: 8-10 °C
Rotwein: 14-16 °C
Rosé, Sekt, Champagner, Dessertweine: gut gekühlt bei ~ 8 °C
Premium-Schaumweine: 12 °C

Die Temperatur des Weines spielt eine besondere Rolle, denn sie beeinflusst den Geschmack des Weines und den Geschmackssinn desjenigen, der ihn trinkt. Die Inhaltsstoffe reagieren bei unterschiedlichen Temperaturen verschieden. Höhere Temperaturen können zum Beispiel dafür sorgen, dass Aromastoffe stärker zum Vorschein kommen.

Allerdings werden Zunge und Gaumen bei zunehmender Temperatur sensibler gegenüber Süße und Fruchtnoten. Dahingegen werden Tannine und Bitterstoffe umso stärker wahrgenommen, je kälter der Wein ist. Daher sollte man Rotwein nie zu kalt trinken, um den Gaumen mit den Gerbstoffen nicht zu überfordern. Umgekehrt gilt für Weißwein: Wenn dieser zu warm ist, verliert er an Spritzigkeit und Frische.

Um dieser Problematik ein wenig entgegenzuwirken, bietet es sich an, den Wein immer etwas kühler zu servieren als empfohlen. Denn er passt sich sehr schnell der Umgebungstemperatur an. Sollte der Wein dann zu kalt sein, kann man ihn mit einfachem Handauflegen etwas erwärmen.

Dekantieren und Karaffieren

Dekantieren

Oftmals wird der Begriff des Dekantierens falsch benutzt. Im Volksmund benutzt man den Begriff gerne allgemeingültig als „den Wein mit Sauerstoff in Verbindung bringen, damit dieser atmet“. Beim Dekantieren handelt es sich aber eigentlich um das vorsichtige und langsame Umschenken eines älteren Weins in eine Karaffe. Ziel ist es, das Depot, das sich bei älteren Weinen am Boden bildet, vom Wein zu trennen, da dieses weder optisch und geschmacklich gut tut.

Karaffieren

Das eigentliche „den Wein atmen lassen“ ist das Karaffieren. Es ist besonders geeignet für junge Weine, die kein Depot haben. Ziel ist es, den Wein mit Sauerstoff in Kontakt zu bringen, denn Säuren, Ester und Kohlenwasserstoffmoleküle gehen schnelle Verbindungen mit dem Sauerstoff ein und werden so bekömmlicher.

Bei älteren Weinen sollte man jedoch davon absehen, da ein zu viel an Sauerstoff dafür sorgen kann, dass der Wein „kippt“ und so ungenießbar wird.

Weingläser

So wie es verschiedene Weine gibt, gibt es auch verschiedene Weingläser. Im nachfolgenden stellen wir ein paar der gängigsten Formen vor und versuchen Ihnen zu helfen, dass passende Glas zu Ihrem Lieblingswein zu finden.

Vorab jedoch eine kleine Übersicht um die grundlegenden Unterschiede der Gläser abhängig vom Weintyp zu verdeutlichen:

Weißweingläser:

  • Schmale Öffnung, damit der Wein als Erstes die Zungenspitze (Rezeptoren für Süße) erreicht und erst später den hinteren Zungenrand (Rezeptoren für Säure).

Rotweingläser:

  • Weite Öffnung und bauchig, damit die Blume zur vollen Geltung kommt und sich die vielschichtigen Aromen bei jedem Schluss voll entfalten können.

Schaumweingläser:

  • Enge und lange Öffnung, um besonders lange Freude an der perlenden Frische zu haben.

Gläser für Dessertweine und verstärkte Weine:

  • Kleine Gläser mit enger Öffnung, um Alkoholaromen von der Nase fernzuhalten.

Bordeaux-Glas

Das Bordeaux-Glas eignet sich für tanninbetonte, kräftige Rotweine. Der große Rauminhalt sorgt dafür, dass sich der Wein frei entfalten kann. Der hohe sich schließende Glaskamin sorgt dafür das sich die Duftmoleküle expressiv entfalten. Diese Gläser eignen sich unter anderem für Cabernet Sauvignon, Shiraz, Syrah.

Burgunder-Glas

Das Burgunder-Glas ist hervorragend für fruchtbetonte Rotweine geeignet. Die Form ist voluminöser um dem Wein die Möglichkeit zu geben sich zu entfalten. Das Burgunder-Glas zeichnet sich durch einen kürzeren und breiteren Glaskamin als das Bordeaux-Glas aus.

Chardonnay-Glas

Dieses Glas eignet sich für kräftige Weißweine. Die Form, die dem Burgunder-Glas gleicht, hilft den Weinen dabei ihre Aromen reichhaltig zu entfalten.

Riesling-Glas

Die besondere in der Mitte leicht schließende Form dieses Glases fördert das lang anhaltende Geschmacksbild, indem es nicht nur die Säure, sondern auch die Mineralität des Weines einfängt, dabei aber gleichzeitig die feinen Duftnoten nicht zerstört. Unterstützt werden die Duftnoten durch die konkave Form des Kelches, welche die Aromen besonders gut transportiert.

Champagner- und Sektglas

Ausgestattet mit einem flachen, breiten Boden und einen hohen Glaskamin der sich nach obenhin verjüngt. Dazu kommt eine breite Öffnung, welche der Kohlensäure viel Platz zur Entfaltung gibt. Die Aromen können sich ungestört entwickeln. Der sogenannte „Moussierpunkt“ (eine kleine Erhebung am Kelchboden) sorgt für ein geordnetes Spiel der Kohlensäureperlen.

 

Wir wünschen Ihnen ein genußreiches Weinerlebnis!