Buona Pasqua!


Italienische Traditionen zum Osterfest

 

An Ostern wird die Auferstehung Christi gefeiert – im katholisch geprägten Italien ist Ostern also ein ganz besonders wichtiges Fest.

 

Am Karfreitag beginnt das Osterfest mit frommen Prozessionen: In nahezu jeder Gemeinde werden Kreuze von einem schweigenden, schwarzgekleideten Zug durch die Straßen getragen – meist steht die ganze Stadt still und gedenkt den Leiden Jesu. An diesem Tag fällt das Essen einfach aus: Vorzugsweise kommt Fisch auf den Tisch. Süßigkeiten oder andere Leckereien sind verpönt.

 

Der Ostersonntag beginnt in Italien mit einem für die Italiener sonst unüblichen üppigen Frühstück. Nach der heiligen Messe am Vormittag steht auch der restliche Ostersonntag im Zeichen des ausgiebigen Genusses - das Mittagessen nach der Ostermesse dauert meist viele Stunden. Zur Hauptspeise wird traditionell „Pranzo di Pasqua“ serviert. Das Gericht besteht aus einem Osterlamm mit Rosmarinkartoffeln.

 

Den süßen Abschluss des aus vielen Gängen bestehenden Essens bildet die „Colomba pasquale“, ein Hefekuchen, der in Form einer Taube gebacken und mit Mandeln oder auch Rosinen dekoriert wird. In den südlichen Regionen gibt es dazu die „Pastiera Napoletana“, einen Osterkuchen mit einer Füllung aus aufgequollenem Weizen. Statt Weizen wird in manchen Gegenden auch Reis verwendet – ähnlich wie das Ei ebenfalls ein Symbol der Fruchtbarkeit. Ein Rezept für die Pastiera Napoletana finden Sie hier: https://www.gvsgroup.de/unternehmen/news-details/pastiera-napoletana/.
An Ostern dürfen auch die Ricciarelli“, Mandelkekse mit Orangenaroma, nicht fehlen.

 

Natale con i tuoi, Pasqua con chi vuoi - Weihnachten mit der Verwandtschaft und Ostern mit wem man möchte. Am Ostermontag (Pasquetta – das „kleine Ostern“) bricht die ganze Familie zusammen mit Freunden zu einem legeren Ausflug auf. Am Strand oder im Pinienwald wird bei einem Picknick dann die „Torta pasqualina“ verputzt: Der deftige Kuchen mit Blätterteig, Spinat, Ricotta  und ganzen hartgekochten Eiern schmeckt warm und kalt wunderbar.

 

Anders als in Deutschland gibt es in Italien keine bunt bemalten Ostereier, die vom Osterhasen im Garten versteckt werden. Die Kinder dort bekommen am Ostersonntag große, bunt verpackte Schokoeier, in denen ein kitschiges Spielzeug steckt – ähnlich wie bei Überraschungseiern, nur um einiges größer. An solch großen Eiern aus Schokolade (ohne Füllung) haben auch die erwachsenen Italiener ihre Freude, wenn diese Karsamstag in Bars bei einer Tombola verlost werden.

 

In Castiglione im Latium findet alljährlich ein Wettbewerb um das größte Schokoladenei statt und das kann einen Umfang von mehr als 2,50 Meter haben. Da die örtliche Schokoladenfabrik Santori das Ei jedes Jahr größer werden lässt, sind alle immer sehr gespannt. Anschließend wird die Schokolade kostenlos auf der Piazza verteilt und das Ereignis bei einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert.

 

In Italien wird an Ostern auch nur selten mit ausgeblasenen und bunt bemalten Eiern dekoriert: Eier sind da, um gegessen zu werden! Zum Beispiel hartgekocht im Osterkörbchen beim Frühstück oder als Garnierung für den „Casatiello napoletano“. Gefüllt mit Salami und Käse ist der herzhafte Brotkuchen nicht nur an den Ostertagen beliebt.

 

Schließlich endet das italienische Osterfest am Ostersonntag mit einem romantischen Essen bei Kerzenlicht im Restaurant oder daheim.